Vita

„Du zeichnest eine Linie,
einen Bogen, einen Fleck
und Du hattest
drei Erfolgserlebnisse.
Was für ein Beruf!“

Detlev van Ravenswaay
Dipl.-Designer
Detlev van Ravenswaay ist seit Jahrzehnten einer der international renommiertesten Vertreter der Space Art. Space Art - im Deutschen mit Weltraum-Kunst nur unzureichend zu übersetzen - hat zum Ziel, unter Berücksichtigung aktueller naturwissenschaftlichen Kenntnisse die realen Gegebenheiten im Universum (Planeten, Sonnensysteme, Raketen, Krater, Astronauten) wirklichkeitsgetreu und detailreich wiederzugeben. Ihr großer Erfolg spiegelt nicht zuletzt die menschliche Sehnsucht nach Weite und nach Exploration des Unbekannten und seiner Organisationsprinzipien wieder - Captain Kirk zufolge einer Sehnsucht kühn dorthin vorzudringen, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist.
Space Art Illustrationen erfordern nicht nur eine Leidenschaft für Wissenschaft und Technik in den Bereichen Astronomie und Raumfahrttechnik, sondern auch außergewöhnliches Vorstellungsvermögen, die Fähigkeit zur anschaulichen Umsetzung komplexer naturwissenschaftlicher Inhalte und herausragendes zeichnerisches und malerisches Können. Die Kombination dieser besonderen Fertigkeiten machten Detlev van Ravenswaay zu einem der erfolgreichsten Vertreter und internationalen Stars der Space Art Szene. Seine Werke sind im Besitz zahlreicher privater Sammlungen in mehreren europäischen Ländern und den USA vertreten.

In den letzten Jahren setzte Detlev van Ravenswaay in seiner künstlerischen Arbeit neue Akzente. Zwar verwendet er auch weiterhin Motive der Space Art, die sich aber deutlich von der streng wissenschaftlich- wirklichkeitsgetreuen Darstellung, die wenig Spielraum für die eigene Fantasie läßt, unterscheiden. Dies wird bei der Betrachtung der mit Hilfe der digitalen Bildverarbeitung komponierten Serie deutlich, in der die überdimensionale Darstellung des Mondes im Mittelpunkt steht.. Die Gestaltung der Fotografien stößt Assoziationen zu dem Begriff „mondsüchtig“ oder Redewendungen an und läßt an die in vielen Kulturen verbreitete kultische Bedeutung des Mondes denken.

Auch in der Arbeit „Der Kosmonaut“, der Schwarz-Weiss-Fotografie eines Raumanzugs, widmet sich Detlev van Ravenswaay einem Sujet, in dem nur vordergründig das Weltraum-Motiv zentral ist. Die Schwarz-Weiß-Fotografie läßt die Distanz und Schwere, die Einsamkeit und Einschränkungen, aber auch die Entschlossenheit der Mission erahnen.

Mit der Verschiebung und Erweiterung seines künstlerischen Interesses hin zu irdischen Motiven bewegt sich Detlev van Ravenswaay von der Illustration und dem Konkreten zunehmend hin zur abstrakten Darstellung. Er erforscht das soziale Universum von Menschen in ihrem Verhältnis zueinander: Paare und Gruppen von Personen - und die genaue Deutung bleibt hier häufig dem Betrachter überlassen - wenden sich einander zu oder blicken aneinander vorbei. Figuren formen seltsame Konstellationen in Form von Pyramiden und anderen räumlichen Gebilden und spiegeln die komplexen Beziehungsgeflechte in einer Welt wieder, in der Kommunikation „von Angesicht zu Angesicht“ zunehmend seltener wird.

Ob abstrakt oder gegenständlich, hält sich Detlev van Ravenswaay in seinen zukünftigen Arbeiten alle künstlerischen Ausdrucksformen offen. Zurück auf der Erde wird er sich bei der Wahl seiner Motive der Natur, der Technik und dem Menschen mit all seinen Stärken und seinen Unzulänglichkeiten widmen.